Pfefferkörner

Der Schweiz geht es gut. Sie hat entdeckt, dass man über den Bundesrat beliebig schimpfen kann.

Indiskretionen bezeugen, dass jemand nachgedacht hat. Nachdenken gibt Stoff für gewisse Parlamentarier, sich zu profilieren. Es ist schon gut, wenn man dem Bundesrat kein Denkverbot auferlegt.

Sowohl die Franzosen als auch die Italiener fühlen sich durch ihre Fussballer in ihrer Mittelmässigkeit ertappt. Von ein Sinn- und Identitätskrise sprachen die Kommentatoren schon vor den Niederlagen beider Fussballmannschaften. Sie würden dem Land bloss den Spiegel vorhalten.
In einer Glosse in «La Repubblica», bezeichnenderweise mit «Die Hängematte» (L’AMACA) überschrieben, schreibt Michel Serra über die Mediokrität der italienischen Spieler wörtlich: «…non solo nel calcio – la mediocrità è la condizione che descrive meglio di altre questo lungo scorcio della nostra vita nazionale, prima ne prendiamo atto, meglio è.» Er meint, der lange Weg des nationalen Abstiegs in den letzten Jahren werde durch das Ausscheiden der Nationalmannschaft deutlich gemacht. Je eher die Italiener das wahrnehmen würden, umso besser.

Was wäre wohl geschehen, wenn Bundesrat Christoph Blocher noch während seiner Zeit in der Landesregierung zur Ansicht gekommen wäre, der Staatsvertrag mit den USA in Sachen UBS sei das kleiner Übel? Er hätte wohl das Wischiwaschi verhindert, dessen Urheber er nun wohl selber geworden ist.