Vulgäre politische Sprache

Im Kommentar zu einem Leserbrief beschäftigt sich Corrado Augias in «La Repubblica» vom 5. Juli mit der Gefahr der vulgären politischen Sprache. Er zählt eine ganze Reihe von vulgären gegenseitigen Beschimpfungen der Politiker auf. Die Richter werden als «malati di mente» bezeichnet, was man mit geisteskrank übersetzen könnte. Wer diese Sprache salonfähig gemacht habe, sei Berlusconi. Alle, die nicht denken und stimmen wie er, bezeichnet er als coglioni, Schlappschwänze. Da ist weichsinnig geradezu ein höflicher Ausdruck. Man vergesse leicht, meint Augias, welch ein zerstörerisches Potenzial im vulgären politischen Sprachgebrauch liege.