Zur SVP-Initiative: Nur Mundart im Kindergarten

Vor Jahrzehnten war ich mit meiner Familie ein Jahr in Berlin. Mein Töchterchen besuchte den Kinderhort. Dort sprachen einige Hochdeutsch, Kinder meistens den Berliner Dialekt und zu Hause redeten wir Zugerdüütsch. Manchmal begleitete ich Teresa auf den Spielplatz. Ich war da bass erstaunt, wie perfekt sie mit den Kindern Berlinerisch parlierte. In kürzester Zeit konnte sie sich in drei Sprachen unterhalten. Am originellsten sicher das «Icke kieke …» der Beliner. Die Kinder werden in der flexibelsten Phase des Spracherwerbs unterschätzt. Das tut auch wieder die Mundart-Initiative. Darum ist sie abzulehnen. Nun fragt sich Beat Sieber in seinem Leserbrief, ob man einfach gegen die SVP sei, wenn man dem Gegenvorschlag von Regierung und Parlament zustimme. Er könne gar nicht nachvollziehen, dass man diese Initiative ablehne. Er sollte das Differenzierungsvermögen und die Erfahrungen der Abstimmenden nicht unterschätzen. Persönlich folgt diese Initiative der Swissness-Mode, die an Touristenorten zelebriert wird. Es Chacheli mit Chüe, es Glöggli mit Edelwiis und es Schnapsgläsli mit Schwiizerchrüüz und Enziane. Dort habe ich allerdings nichts dagegen.