Tore für den Kosovo

Denken sie einmal nach. Eine Nationalrätin kann sich nicht über den Schweizer Sieg über Serbien freuen: «Die beiden Goals sind nicht für Schweiz gefallen, sondern für den Kosovo.» Da fault Frau Rikli gerade das Schweizerteam. Sie verdient einen Penalty.

Wie sympathisch

Xherdan Shakiri lächelt und sagt, er habe auf dem rechten Schuh die albanische und auf dem linken das schweizerische Flagge abgebildet. Wenn ein Schweizer das komisch finde, könne er sehen, dass das Schweizerwappen auf dem linken stärkeren Fuss aufgemalt sei. Übrigens zeigte er nach dem Tor weg springend auch auf das Schweizerkreuz auf seiner Brust.

Sportreporter

Warum blähte Rainer Maria Salzgeber das Thema des Doppeladlers so penetrant auf? Weil Medien gerne eine Geschichte nach der Geschichte erzählen. Die gewöhnlichen Frage an die Spieler sind sonst ja immer so gewöhnlich.

Politikerkommentare

Nach dem Spiel gegen Serbien bemüssigten sich viele Politiker ihre Meinung kundzutun. Sie kritisierten die emotionale Reaktion mit dem Doppeladler. Mir schien, unser Sportminister Guy Parmelin fand sofort die richtigen, neutralen Worte. Er unterschied sich von anderen, die mit politisch gefärbten Worten sich zur Richterin oder zum Richter aufspielten. Aber das taten sie ja schon immer, wenn es um eingebürgerte Schweizer ging.

Ohne Respekt

Jetzt, wo die Schweiz die No-Billag-Initiative wuchtig verworfen hat, sollten die Parlamentarier, die so sehr behaupten, der Volkswille sei zu respektieren, nicht schon wieder Angriffe auf die SRG starten. Ein bisschen Anstand und Respekt bei einer so vernichtenden Niederlage würde ihnen gut anstehen.

Fehlende Alternativen

Als den Billag-Befürwortern die Argumente ausgingen, änderten sie die Strategie und bemängelten bei der SRG einen Plan B. Das war angesichts des Initiativ-Textes sehr verlogen und zugleich die Basis für neue Attacken.

Institutionen

Es ist seltsam, in letzter Zeit verbreitet sich in unserem gut regierten Land eine eigentliche Lust, bestehende und gut funktionierende Institutionen schlecht zu reden. Dies ist m. E. eine Folge einer pubertären Erscheinung, die auch auf Vertreter des Parlaments übergegriffen hat.

Landesrecht vor Völkerrecht

Der Höhepunkt dieser egomanisch, pubertären Entwicklung bildet die Initiative «Landesrecht vor Völkerrecht». Im Grunde zielt sie gegen die eigenen Richter, denen nicht zugetraut wird, dass sie abwägen können, wo die Bundesverfassung dem Völkerrecht unterliegt oder Schweizer Recht sich behaupten kann.

No-Billag-Initiative

Gut, dass Bundesrätin Doris Leuthard Klartext gesprochen hat. Ich teile ihre Meinung. Nach dieser Initiative sollen Radio und Fernsehen fremd gehen und dem globalen Medienmarkt überlassen werden. Diese Initiative ist das frechste Volksbegehren, worüber ich in meinem Leben abzustimmen habe. Ein Institution, die sich Jahrzehnte bewährt hat, ausgewogen und neutral informiert, angemessene Unterhaltung und Sport bietet, soll zerstört werden. Geld regiert die Welt, leuchtet hinter dieser Initiative auf. Dies würde wohl zu einem echten nationalen Notstand führen. Wir Radiohörer und Fernsehzuschauer sollten herum surfen, und die wesentlichen Nachrichten für unser mehrsprachiges Land aus zerstückelten Sendern mit vielen Tendenzen zusammen kramen. Das muten uns die Initianten zu. Nein, das darf nicht sein.

Starke Männer

Starke Männer politisieren nicht für das Volk, vielmehr brauchen sie es für ihre Zwecke.