Schwarz-Weiss-Politik

In der NZZ vom 20. Februar 2016 empfiehlt Carlo Strenger, man solle der Schwarz-Weiss-Politik mit «zivilisierter Verachtung» entgegentreten, mutig die aufgeklärten und differenzierten Werte vertreten und nicht schweigen, wenn Populisten ihre irrationalen Ansichten mit Schlagworten verkünden. Was illustriert die Schwarz-Weiss-Politik am augenscheinlichsten? Es ist doch das Plakat mit dem weissen und schwarzen Schaf. Der neueste Flyer in den Briefkästen verspricht «Mehr Schutz für unsere Frauen und Töchter», dabei spediert das weisse Schaf mit einem Fusstritt das schwarze aus dem weiss-roten Feld. Und dies einfach so, ohne zu überprüfen, ob es verhältnismässig sei, es mit einem Stoss in den Hintern aus dem Land zu schaffen. Das kann nur jemand fordern, der der Dritten Gewalt im Staat vorwirft, sie betreibe eine Kuschel-Justiz. Eine solche pauschale Verunglimpfung verdient nichts als zivilisierte Verachtung.