Pfefferkörner

Toni Brunner sagte am Abend nach gewonnener Abstimmung vom 27. November 2009: Wir und das Volk müssen zeigen, wo es durchgeht. Christoph Blocher hätte gesagt: Ich und das Volk … und Silvio Berlusconi sagt: Io e il mio populo! Das haben aber vor ihnen schon andere gesagt.

Sollte das Ja zur Minarett-Initiative wirtschaftliche Folgen haben, wird die SVP schon diejenigen finden, die schuld sind. Die fand sie nach dem EWR-Nein ja auch: Der FDP-Filz bei der Swissair.

Mir geht es wie Heinrich Zille, dem Hinterhofmaler, der zwei Fischer auf einem Steg gezeichnet hat: «Mensch, August, die Fische sinn nich so dämlich wie wir! Bei det Sauwetter sitzen se alle unter de Brückenbogen, det se nich nass wer’n!»

Satire in der Schweizer Politik

Für Christoph Blocher sind die ihm nicht hörigen Politiker im Thurgau ein faules Nest. Sie hätten kein Rückgrat. Und schon dreht sich der Spiess gegen ihn: Nationalrat Spuhler stellt die Frage, wem das Rückgrat fehle. An der Delegierten Versammlung in Brig habe Blocher sich noch mit Händen und Füssen für die Personenfreizügigkeit eingesetzt und nur einige Monate später habe er in Dietikon die gegenteilige Meinung vertreten. Dazu passt ein Wort von Markus M. Ronner: «Es gibt Menschen, die sich eine so dicke Haut zugelegt haben, dass sie auch ohne Rückgrat aufrecht stehten können.» Da kämpft wohl ein Aufrechter gegen Rumänien und Bulgarien und verkauft seine Produkte gerne ins Ausland.

Nur dreihunderttausend

Welche Zynik liegt im Wörtchen «nur», wenn es von einem Bischof auf hunderttausende von umgebrachten Menschen bezogen wird.

Papst verpasst Chance

Papst Benedikt XVI. rehabilitiert vier exkommunizierte Bischöfe, darunter auch Richard Williamson, der den Holocaust leugnet, die Gaskammern in Frage stellt und behauptet, die Nazis hätten «nur» 200'00 bis 300'000 Juden umgebracht. Damit verpasst der Papst ein Chance, sich klar von einem Bischof abzugrenzen, der mit seinen Äusserungen ein Ärgernis ist, nicht nur bei den Juden. Und so wird der Entscheid das Vatikans selber zum Ärgernis. Es würde auf Benedikt XVI., den deutschen Papst, Glanz fallen, hätte er den Mut gehabt, ein Zeichen zu setzen und nur drei in die Mutter Kirche zurückzuholen.