Die Frage des Stils

Sonja A. Buholzer bemerkt in ihrer Kolumne (NLZ vom 27. Oktober 2007) zum politischen Stil im Zusammenhang mit den Wahlen: «Stil ist zeitlos, nachhaltig, die Folgen der Stillosigkeit meist irreparabel.» Mir scheint es dringlich zu sein, den hinter uns liegenden Wahlkampf qualitativ und nicht bloss nur quantitativ aufzuarbeiten. Sonja A. Buholzer hat dazu einen wichtigen Beitrag geleistet. Sie schreibt unter anderem, dass der Wahlkampf mit «Politpossen, die an Stillosigkeit und Hass kaum zu überbieten» gewesen seien, das Klima vergiftet habe. Zahlreiche Politiker und Journalisten verdrängen die Folgen von Stillosigkeit und betrachten sie als bedeutungslos. Warum aber wird der Stil kaum hinterfragt? Warum gehen die Wahlbeobachter so schnell zur Tagesordnung über? Der Grund mag wohl darin zu suchen sein, dass sie nicht zu erkennen vermögen, dass Stil auch Inhalt ist. Die Diskussionen über das Schwarzen Schaf und dessen Darstellung auf dem Plakat zum Beispiel ist Inhalt. Das Plakat hämmert ein und grenzt aus. Es versucht das Schwarze Schafe verächtlich zu machen. Daraus entsteht irreparabler Hass. Bei einem Kunstwerk, aber auch bei Propaganda und Werbung lassen sich Form und Inhalt nicht trennen. Der Inhalt sucht eine Form. Die plakative Darstellungsweise ermuntert alsdann zu undifferenzierter Handlung. Bildlich gesagt, den Schlaghammer in die Hand zu nehmen. Der Krieg beginnt mit Worten. Präsident G. W. Bush musste das Volk verbal einseifen und mit ausdrücklichen Lügen für den Krieg im Irak vorbereiten.