Netzwerk Bruder Klaus

(Leserbrief)

Im Internet unter «Netzwerk Bruder Klaus» kann jedermann die Aktivitäten, die zum 600-Jahr-Jubiläum des Heiligen vom Ranft aufgeführt sind, nachlesen. Der Trägerverein hat sich grossartig engagiert, ein imponierendes Programm zusammengestellt und eine grosse Reihe von Persönlichkeiten engagiert, die zu Bruder Klaus etwas zu sagen haben. Es darf davon ausgegangen werden, dass diese auf einer Liste aufgeführten Redner keine eigennützigen Zwecke verfolgen. Im Jahr der Heiligsprechung 1947 pilgerten die Zuger Pfarreien in den Ranft. Ich durfte als Elfjähriger mitgehen und war tief beeindruckt vom Anlass und dem Ranft. Ein Leben lang zog es mich in dieses stille, leise schluchtartige Kerbtal, das zur Meditation anregt.
Ich war deshalb überrascht, dass ich erst so richtig auf das Jubeljahr aufmerksam wurde, als das Schweizer Fernsehen in einer Sendung darauf hinwies. Landammann Franz Enderli führte geschickt und an Ort in die Bedeutung des Anlasses ein. Von den Printmedien, der Luzerner Zeitung, habe ich kaum etwas vernommen. Nicht einmal, als in Luzern über die grosse Referentenliste orientiert wurde, schrieb die Presse einen ausführlichen Bericht. Dann die Bombe! Herr Blocher werde zum Bruder Klausen-Jahr auch auftreten. Grosse Aufmachung in der Zugerzeitung und der übrigen Blätter des Verlags.
Christoph Blocher hat übrigens schon einmal über Bruder Klaus referiert. Er machte den Mann im Ranft aber zu einem Propagandaträger seiner eigenen Ideen der Schweiz von heute. Nun wundert sich Peter Henseler in der «Zentralschweiz am Sonntag», dass sich der Politiker herausnimmt, über den Heiligen zu sprechen. Er wundert sich zugleich, dass niemand gegen die Unverfrorenheit Blochers protestiert, sich mit seiner Diskussion mit Huonder in die Reihe der Anlässe einzumischen. Es mag ihm unbenommen sein. Mir aber verdirbt er das Jubiläumsjahr. Es bekommt nun plötzlich einen politischen Anstrich. Wo ist die CVP, die sich gegen eine solche Wertverschiebung wehren müsste? Jedes Wort, das Peter Henseler in seinem Leserbrief schreibt, trifft mit dem Hammer auf den Kopf des Nagels.