SRG und der Service public

Der Service public wie er neben dem Artikel «Ein CVPler schert medienpolitisch aus» aufgeführt wird, erfüllt meine Erwartungen an die SRF-Sendungen, sowohl beim Radio als auch beim Fernsehen. Dass hingegen Nationalrat Gerhard Pfister diesen «radikal in Frage stellt», scheint mir angesichts der Leistungen nicht berechtigt. Die SRG ist eine staatstragende, die unterschiedlichen Landessprachen berücksichtigende Institution. Was die SRF bietet ist für den Zusammenhalt des Landes unentbehrlich. Wir leiden unter einer Parzellierung des Landes. Sollen denn etwa die sektoriellen Privatsender in die Bresche springen? Denkt Gerhard Pfister, dass etwa Tele Schaffhausen, Tele1, Tele Zürich oder sogar Tele Blocher geeigneter seien, einen gesamteidgenössichen Auftrag zu erfüllen. In diesem Bereich noch mehr Privatisieren heisst doch, sich von privaten Finanzen und privaten Interessen abhängig zu machen. Dabei sollen etwa die Lokalsender nicht bestritten werden. Sie haben ihrerseits einen Konzessionsauftrag zu erfüllen. Die SRG hat mit Roger de Weck einen hervorragenden Direktor, der darauf hinwirkt, dass die SRF Sendungen nicht nur oberflächliche Unterhaltung bieten, sondern gehaltvolle Informationen aus allen Bereichen der Gesellschaft. Dass Pfister anmerkt, er habe seinerzeit die Revision des Gesetzes (RTVG) aus Fraktionsdiszplin zugestimmt, wirkt angesichts seines Angriffs auf die SRG, aus welchen Motiven auch immer, nicht überzeugend. Es bleibt jedem unbenommen, die neue Gebührenregelung abzulehnen, ohne dass gleich die SRG verketzert werden muss.