Was am 1. August auch gesagt werden müsste

Was uns froh macht: Die Schweiz ist ein selbständiger Rechtsstaat, den es zu loben gilt. Was aber auch gesagt werden müsste. Sie steht im Schutz der EU. Freudige Nachrichten: Der Eurokurs ist auf 1.14 gestiegen, weil Europa sich wirtschaftlich positiv entwickelt. Das gibt dem früher viel und oft gescholtenen SNB-Direktor Thomas Jordan für die Aufhebung des Mindestkurses recht und entlastet die Exportwirtschaft. Macron möchte in Nordafrika Auffanglager für Flüchtlinge bauen. Das schlagen auch Schweizer Politiker vor. Aber was hätte dies für einen Sinn ohne die Zusammenarbeit mit der EU. Die Bundespräsidentin jubelt. Das Verhältnis zur EU habe sich entkrampft. Plötzlich fallen technische Handelshemmnisse weg, weil die Masseneinwanderungsinitiative (MEI) europatauglich umgesetzt worden sei. Nun ärgern sich viele Firmen über den Inländervorrang und vergessen, dass dies die harmloseste Folge der unsinnigen MEI ist. Die EU versage in der Flüchtlingskrise. Wie erst würde sie die Schweiz belasten, wenn es den Schengen-Vertrag mit der EU nicht gäbe und die Nationalstaaterei im Sinne von Orban die Flüchtlinge weiter Richtung Schweiz lenken würde? Bauten wir dann einen Stacheldraht um die Schweiz. Die EU wehrt sich gegen den Protektionismus. Ohne sie stünde die Schweiz schutzloser da. Das Loblied auf die Freiheit würde ziemlich hohl klingen, wenn es die EU nicht gäbe. Das müsste auch einmal gesagt werden.