Der Bundesbrief ist nicht verkäuflich

Dass Politiker selbst auf höchster Ebene des Staates immer wieder zu Schabernack neigen, haben diese Woche Nationalrat Mörgeli und Kompagnie bewiesen. Sie wollen den Bundesbrief für eine lächerliche Million kaufen. Für einen Picasso würde man wohl 150 Millionen bieten. Dieses Angebot für den Bundesbrief belegt, wie wenig er dem Züricher Historiker und der angeblichen Stiftung wert ist. Es war zum vorneherein klar, dass der Bundesbrief nicht zu kaufen ist. Aber es ging ja nur um eine Politikshow, und dass da auch Schyzer Nationalräte mitmachen, erstaunt, selbst wenn sie vorgeben, sie seien besorgt, dass der Brief für eine Ausstellung ins Ausland ausgeliehen würde. Schön eigentlich, dass man in Amerika zur Kenntnis nimmt, dass der Anfang unserer Demokratie sich auf ein uraltes Dokument stützen kann, das in Schwyz sorgsam aufbewahrt wird. Die Aktion wäre nicht einen Leserbrief wert, wenn über diese Art des Politikspektakels nicht der Hals würgen würde. Also geben wir besser heraus, was im Hals sonst stecken bleibt.