Prestobello

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Die Ereignisse, die mir widerfuhren, machten mich stark. Sie veränderten mein Leben grundsätzlich. Dies geschah mir dreimal und brachte mich jeweils ungewollt einen Schritt weiter.
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Zum Inhalt
Prestobello war eine Denkfigur, die dem Autor half, seine Midlifecrisis unversehrt zu überstehen. Sie liess ihn solange nicht mehr los, bis er sein Leben im Alter dem Enkel Jonas erzählt hatte. Drei einschneidende Ereignisse bestimmen seinen Lebenslauf. Der Unfalltod seines Vaters reisst ihn aus seinen geisteswissenschaftlichen Studien. Er ist gezwungen das Bauunternehmen seines Vaters weiterzuführen. Der Tod seiner Frau wirft ihn aus der Bahn und die Altersliebe zu Marie-Ann schenkt ihm späten Halt.
In diesem grossen Bogen spielt sich ein buntes, kontroverses Leben ab. Prestobello, der als Hobby Uhren sammelt, gründet nach dem Tod seiner Frau ein Uhrenmuseum, dem er den Namen Zeitmuseum gibt. Ein Freundeskreis diskutiert im ZM gesellschaftliche und politische Fragen, die am Ende zu unversöhnlichen Streitigkeiten führen. Die Gegensätze im kleinen Kreis bilden diejenigen in der Gesellschaft ab. Einmal wird die schöne Villa am See, wo sich das ZM befindet, verschmiert mit dem Spruch «liberale Schwatzbude» und später scheint ein Raubüberfall Prestobello das Genick zu brechen. Marie-Ann und Jonas aber führen das ZM in eine neue Zukunft.
Der Roman Prestobello alias Schnellschön schildert einen geistreichen Querdenker, der auf besondere Art sein Glück sucht, aber an der Gesellschaft fast verzweifelt.
Würdigung durch Thomas Hürlimann
Thomas Hürlimann schreibt: Ich habe Dein Buch gelesen … «Das Zeitmuseum – ein grandioser Einfall! Und toll, wie Du die Sache entwickelst, wie Du die Villa zu einer Zentralmetapher «umbauen» lässt, die auf drei Ebenen fruchtbar wird. Wir alle treten in die Zeit ein, in die Zeitlichkeit, sie bestimmt und gestaltet unser Dasein – und umgekehrt: wir gestalten unsere Zeit (wir richten ein Museum ein, beleben es mit kulturellen Veranstaltungen). Aber es ist auch eine ganz bestimmte Zeit, eine historische, in die wir eintreten. Auf dieser Ebene gelingt es Dir, die aktuelle Politik einzufangen und gleichzeitig zu analysieren. Die dritte Ebene ist eine Elegie, die oft zwischen den Zeilen anklingt: die Vergänglichkeit. Zuletzt wird uns die Zeit verschmiert und gar geraubt. Wenn wir in den Spiegel sehen, sind wir aschgrau geworden. Die melancholische Schlusskurve gefiel mir besonders gut. Man kann die Zeit nicht festhalten. Auch die Statuen, an denen Prestobello im Rollstuhl vorbeigeschoben wird, werden zerfallen. Eine leise Kritik: Von seinen Liebschaften hätte ich gern mehr erfahren. Denn die Liebe, die Leidenschaft – das sagt Dein schöner Schluss – ist wohl die einzige Möglichkeit, für Momente so etwas wie Ewigkeit zu erleben.»
Hardcover, 200 Seiten
CHF 19.80 / € 16.50
ISBN: 978-3-99018-495-0